Tarun Trikha (CEO von TVI Express) verhaftet

Die australische ACCC (Wettbewerbs- und Verbraucherschutzbehörde) behauptete, dass das Geschäftsmodell von TVI Express ein illegales Schneeballsystem sei. Drei Betreiber des Systems wurden per einstweiliger Verfügung daran gehindert, das Geschäft weiter zu betreiben. In Lesotho warnte die Zentralbank Einheimische wie auch Touristen vor dem illegalen Schneeballsystem von TVI Express, da es gegen den Financial Institutions Act verstoße. Außerdem wurde angekündigt, gegen jeden, der das System weiter betreibe, rechtliche Schritte einzuleiten. Der Magistrates Court in der südafrikanischen Stadt Limpopo verurteilte vor Kurzem ein Ehepaar wegen Geldwäsche. Das Urteil wurde gefällt, nachdem eine Polizeirazzia stattgefunden hatte. Das verurteilte Paar arbeitete mit TVI Express zusammen. In Thailand wurde TVI Express schriftlich verwarnt, da es als Direktvertriebsunternehmen nicht über die notwendige Lizenz verfügte. Sollte sich das Unternehmen nicht innerhalb eines Monats für eine solche Lizenz bewerben, würden die thailändischen Behörden die Schließung des Unternehmens anordnen. Die neueste Skandalmeldung, die auf das Konto von TVI Express geht, ist die Verhaftung von vier Verantwortlichen während eines Meetings in einem sogenannten „Business Center“ vor drei Wochen in Ägypten.

In Indien erregten die dubiosen Geschäftstätigkeiten von TVI Express bereits im Februar 2011 die Aufmerksamkeit der zuständigen Behörden. Grund hierfür waren Beschwerden indischer Vertriebspartner aus Kolkata, Chennai und Bangalore. Die meisten Vertriebspartner wurden mit günstigen Urlaubspaketen auf der Homepage von TVI Express und durch E-Mails vom Unternehmen angelockt.

Nach mehreren Jahren, die Tarun Trikha untergetaucht war, wurde der Betreiber und CEO von TVI Express (Travel Ventures International) am 08. April 2013 vom Criminal Investigation Department von Westbengalen verhaftet. Der Vorwurf gegen Trikha lautet auf Betreiben eines illegalen Schneeballsystems. Der 28-jährige Trikha wurde am Flughafen von Neu Delhi verhaftet, kurz bevor er das Land Richtung Nepal verlassen konnte. Die Verhaftung von Tarun Trikha folgte kurz nach dem Skandal um sogenannte Chit Funds in Westbengalen.

Auf der Homepage des Unternehmens beschreibt sich TVI Express als international führendes Unternehmen mit Sitz in London, das Kunden erstklassige Reise- und Urlaubspakete anbietet. Vertriebspartner können nach Unternehmensangaben von Reisepaketen zu Sonderpreisen profitieren. Um diese Sonderpreise nutzen zu können, müssen Partner zunächst eine Registrierungsgebühr von 250 US-Dollar bezahlen, um dann z. B. sieben Tage in einem 5-Sterne-Hotel an einem beliebigen Ort der Welt verbringen zu dürfen. Den Vertriebspartnern wurde versprochen, dass sie eine Provision von umgerechnet 533 US-Dollar für das Anwerben von nur zwei neuen Partnern erhalten würden. Zusätzlich dazu wurden den Vertriebspartnern Auslandsreisen, Luxusautos, Immobilien und sogar ein Privatjet als Belohnung in Aussicht gestellt. Partner von TVI Express erhielten Gutscheine, die später mit 10.000 US-Dollar ausbezahlt werden sollten. Berichte von Vertriebspartnern lassen aber die Vermutung zu, dass nur wenige je Geld erhielten, während die meisten ihr investiertes Vermögen nie wieder sahen. Insgesamt 7 Millionen Menschen aus 50 Ländern hatten sich bei TVI Express als Partner registriert und bis heute etwa 18 Milliarden US-Dollar in das dubiose Geschäftsmodell investiert.

Die bisherigen Untersuchungen in verschiedenen Ländern haben zweifelsfrei ergeben, dass TVI Express ein klassisches Schneeballsystem ist. Die Zentralbank von Lesotho kam nach eingehender Prüfung des Geschäftsmodells zu dem Schluss, dass „die Incentives, die auf dem Anwerben neuer Partner basieren, ein Köder sind, um potenzielle Partner für das System zu rekrutieren. Es wird der Anschein erweckt, dass man leichtes Geld durch das Anwerben weiterer Partner verdienen kann. Insgesamt stellt der Verkauf von Produkten oder Dienstleistungen einen sehr geringen Teil des Geschäftsmodells dar, womit erwiesen ist, dass hier Betrug an der Öffentlichkeit begangen wird.“ Ein australisches Gericht verhängte am 21. Mai 2013 Geldstrafen in Höhe von 192.000 US-Dollar für drei Promoter von TVI Express. Außerdem darf das Unternehmen nach entsprechenden Urteilen seiner Geschäftstätigkeit in China, den USA, Großbritannien, Australien, Lesotho, Namibia und Südafrika inzwischen nicht mehr nachgehen.

Nach der Verhaftung von Tarun Trikha reichten zahlreiche Opfer des betrügerischen Unternehmens Klage ein, um ihr investiertes Geld zurück zu erhalten. Während seiner Untersuchungshaft wurde Trikha vom Criminal Investigation Department von Westbengalen verhört. Syed Wagar Raza, Special Superintendent der zuständigen Polizei erklärte, dass es zum jetzigen Zeitpunkt noch sehr schwierig sei, die gesamte Tragweite des Betrugs zu erahnen. Es ist wahrscheinlich, dass Trikha weiter in Untersuchungshaft bleibt, damit weitere Verhöre und Untersuchungen durchgeführt werden können. Andere Behörden wie das Enforcement Directorate, das Serious Fraud Investigations Office und die Financial Intelligence Unit werden ebenfalls Untersuchungen anstellen. Es ist davon auszugehen, dass die Polizei bald weitere Details ans Licht bringt.

Abgesehen davon haben unsere Redaktion Informationen erreicht, dass viele ehemalige Partner von TVI Express nun bei Empower Network einsteigen – ebenfalls ein dubioses Unternehmen, das in der gesamten Branche für Stirnrunzeln sorgt.

http://www.obtainer-online.com/news/de/tarun-trikha-ceo-von-tvi-express-verhaftet.html (bis dato gibt es leider noch keine andere Quelle)

Advertisements

~ von cafe4eck - Juni 21, 2013.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

 
%d Bloggern gefällt das: